Prof. Dr. Meike Kasten
PD Dr. Hans-Jürgen Rumpf

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ist neben dem klinischen Versorgungsauftrag, klinischen Schwerpunkten und vielfachen Forschungsaktivitäten auf verschiedenen Gebieten, im Bereich der Therapie- und Versorgungsforschung aktiv. In der Therapieforschung ist die Klinik insbesondere aktiv an Studien zur Wirksamkeit verschiedener Psychotherapieformen beteiligt.

Der Bereich Versorgungsforschung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ist die Schnittstelle zum Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung (ZBV). Inhaltlich wird dieser Schnittstellenbereich aktuell durch die Forschungsgruppe S:TEP (Substanzbezogene und Verwandte Störungen: Therapie, Epidemiologie und Prävention) durch Herrn PD Dr. Hans-Jürgen Rumpf und die Arbeitsgruppe für Neuropsychiatrische Epidemiologie von Dr. Meike Kasten vertreten.

Der Schwerpunkt der Forschungsgruppe S:TEP liegt in Projekten zu Epidemiologie und Frühintervention bei substanzbezogenen Störungen (Alkohol, Tabak und Medikamente) und bei nicht-stoffgebunden Suchterkrankungen (Pathologisches Glücksspielen und Internetabhängigkeit). Es wurden sowohl Studien in der Allgemeinbevölkerung durchgeführt als auch in der medizinischen Basisversorgung. Hausarztpraxen und Allgemeinkrankenhäuser bieten gute Zugangswege zu der Gruppe der Suchtkranken, die aktiv keine Hilfe aufsuchen. Bei allen Studien ist es Ziel, die Versorgung Suchtkranker zu verbessern. Die Zielgruppen umfassen neben den manifest Abhängigen, Personen mit riskantem oder problematischem Konsum/Verhalten. Die Projekte richten sich vorwiegend an Personen, welche vom Suchthilfesystem nicht erreicht werden. Es werden Ansätze fokussiert, diese Unterversorgung zu verbessern. Dazu gehören u. a. Arbeiten zu Screeningmaßnahmen, Frühinterventionen, Motivation zur Verhaltensänderung, Inanspruchnahme von Hilfen und Remission ohne formelle Hilfe. Die Arbeiten der Forschungsgruppe wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), den 16 Bundesländern, dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit und des Landes Schleswig-Holstein, dem Verein zur Förderung der Rehabilitations-Forschung (vffr) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) gefördert.

Fokus der neuropsychiatrischen Arbeitsgruppe sind nicht-motorische Symptome bei Morbus Parkinson und anderen Bewegungsstörungen. Die Arbeitsgruppe ist jung und aktuell im Aufbau, seit 2010 besteht ein zentrales Projekt mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (KA 3729/2-1) unter dem Akronym EPIPARK. Dieses Projekt befasst sich mit Häufigkeit, Charakteristika, Spezifität und Verlauf nicht-motorischer Symptome beim Parkinsonsyndrom, am Projekt sind neben der Projektleiterin mehrere ärztliche Untersucher der Klinik für Neurologie, eine medizinische Assistentin sowie fünf Medizindoktorandinnen beteiligt. Der sozialmedizinische und epidemiologische Arm der Studie wird in Zusammenarbeit mit der Seniorprofessur für Bevölkerungsmedizin, Prof. Raspe und dem Institut für Epidemiologie, Prof. Katalinic konzipiert, durchgeführt und ausgewertet. Die klinisch-neurologische Studiendurchführung sowie insbesondere, die Konzeption und Durchführung aller Laboruntersuchungen und Probensammlung werden durch die Sektion für Klinische und Molekulare Neurogenetik, Prof. Klein  geleistet. Der interdiziplinäre Ansatz mit dem Ziel einer Brückenfunktion zwischen klinisch-epidemiologischer und Laborforschung ist zentrales Merkmal der neuropsychiatrischen AG, die aus der Neurogenetik Sektion hervorgegangen und weiterhin eng vernetzt ist.