Fragestellung

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Überprüfung der Wirksamkeit der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation bei Rehabilitanden mit onkologischen Erkrankungen und besonderen beruflichen Problemlagen. Die bisherige medizinische Rehabilitation bei onkologischen Erkrankungen wird dafür weiterentwickelt und neben den üblichen Angeboten der medizinischen Rehabilitation auch arbeitsplatzbezogenes Training, psychosoziale berufsbezogene Gruppen sowie eine intensivierte Sozialberatung berücksichtigen. Für die geplante clusterrandomisierte Studie nehmen wir an, dass Teilnehmer des medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitationsprogramms langfristig geringere Teilhabeeinschränkungen haben werden als Teilnehmer der herkömmlichen medizinischen Rehabilitation.

Hintergrund

Aufgrund der Fortschritte in der frühzeitigen Erkennung von Krebserkrankungen und ihrer Behandlung steigen die Überlebensraten der betroffenen Personen kontinuierlich an. Etwa 60 % der Patienten mit Krebserkrankungen überleben heutzutage die ersten fünf Jahre nach ihrer Diagnose. Bedingt durch diese Entwicklung rückt die Lebenssituation nach erfolgreicher Erstbehandlung in den Fokus. Besonders die Rückkehr ins Erwerbsleben wird dabei, auch von den Betroffenen selbst, als wichtiger Schritt bei der Bewältigung des als krisenhaft wahrgenommenen Ereignisses und als Indikator für die Rückkehr von Normalität erlebt.

Die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation gilt vor diesem Hintergrund als vielversprechende Strategie zur Verbesserung der Wiedereingliederungschancen. Randomisierte kontrollierte Studien haben die Wirksamkeit der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation bei orthopädisch, kardiologisch, neurologisch und psychosomatisch erkrankten Personen mit den Ergebnissen der herkömmlichen medizinischen Rehabilitation verglichen und verbesserte berufliche Wiedereingliederungschancen zugunsten der Teilnehmer medizinisch-beruflich orientierter Rehabilitationsangebote bestätigen können. In der onkologischen Rehabilitation ist die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation bislang allerdings kaum etabliert. Zudem fehlt ein qualitativ hochwertiger Nachweis dafür, dass die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation auch bei onkologischen Erkrankungen zu günstigeren berufsbezogenen Ergebnissen führt.

Methoden

Die Studie wird als clusterrandomisierte Studie durchgeführt. Die Daten werden durch Befragungen am Beginn und Ende der Rehabilitation sowie drei Monate bzw. ein Jahr nach Rehabilitationsende erhoben. Das primäre Zielkriterium der Wirksamkeitsstudie sind die wahrgenommenen arbeits- und alltagsbezogenen Teilhabeeinschränkungen der teilnehmenden Personen.

Laufzeit

01/2015-12/2017

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Bund

Kooperationen

MediClin Rose Klinik, Horn-Bad Meinberg
Röpersbergklinik, Ratzeburg
Klinik Bavaria, Freyung
Paracelsus Klinik am See, Bad Gandersheim

Ansprechpartner/-in

Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung der Sektion: Rehabilitation und Arbeit
E-Mail: matthias.bethge(at)uksh.de
Telefon: 0451 500-5846  |  Fax: 0451 500-5455