EPIPARK: Epidemiologie nicht-motorischer Symptome beim Parkinsonsyndrom

Häufigkeit, Charakteristika, Spezifität und Verlauf nicht-motorischer Symptome

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Im Rahmen der Parkinson’schen Erkrankung kommt es neben den bekannten Einschränkungen in der Beweglichkeit auch zu Symptomen unabhängig von der Motorik. Diese nicht-motorischen Symptome, oft als „NMS“ abgekürzt sind eine Sammlung von autonomen Symptomen, Einschränkungen in und Farb- und Geruchsdiskrimination und auch verschiedenen psychischen und kognitiven Beschwerden.

Auf den psychischen und kognitiven Problemen liegt der Schwerpunkt dieser Studie, ihre Häufigkeit, Ausprägung und Verlauf sollen beobachtet und verglichen werden. Hierzu wurden mehrere besondere Gruppen ausgewählt. Um eine für diese Region repräsentative Gruppe zu erhalten, wurden die Teilnehmer direkt aus der Lübecker Bevölkerung rekrutiert. Um zu sehen, wie typisch die einzelnen Symptome für die Parkinson’sche Erkrankung sind, haben wir bewusst Personen mit anderen Erkrankungen in die Studie mit eingeschlossen.

Wir haben 10.000 Lübecker angeschrieben und gebeten, einen Fragebogen zu Gesundheit und Lebenszufriedenheit auszufüllen. 61% haben uns diesen Bogen beantwortet zurückgeschickt, was ein hervorragendes Ergebnis ist für das wir allen beteiligten Lübeckern herzlich danken!

Wir haben diese Fragebögen ausgewertet und gezielt einige Personen mit und einige ohne die gefragten Symptome eingeladen, an einer persönlichen Untersuchung teilzunehmen. Es wurden etwa 650 Untersuchungen durchgeführt und bisher auch schon fast 80 persönliche 1-Jahresnachuntersuchungen sowie eine Vielzahl an Fragebogen-Nachuntersuchungen.

Es zeigte sich, dass sowohl Personen mit Parkinsonerkrankungen als auch Personen mit anderen Erkrankungen ein höheres Risiko für psychische Probleme und auch für leichte kognitive Probleme haben als Personen ohne Beschwerden.

Die Methodik der Studie sowie erste Zwischenergebnisse dieser Studie wurden auf mehreren internationalen (Movement Disorders Congress, Toronto, Kanada, Juni 2011 und angenommen für MDS, Dublin, Irland Juni 2012) und nationalen (Deutsche Gesellschaft für Neurologie 2011 und Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde 2011) Konferenzen präsentiert, weitere Publikationen sind in Vorbereitung, ebenso ein Folgeantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Beteiligte Institute:

Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP)
Arbeitsgruppe Neuropsychiatrische Epidemiologie
Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck

Sektion für Klinische und Molekulare Neurogenetik
An der Klinik für Neurologie
Universität zu Lübeck
Maria-Goeppert-Str. 1
23562 Lübeck

Seniorprofessur für Bevölkerungsmedizin
Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck

Institut für Krebsepidemiologie e.V.
Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160, Haus 50
23538 Lübeck

Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Ratzeburger Allee 160, Haus 50
23538 Lübeck

Publikationen:

Cohort Profile: A population-based cohort to study non-motor symptoms in parkinsonism (EPIPARK)
Meike Kasten; Johann Hagenah; Julia Graf; Anne Lorwin; Eva-Juliane Vollstedt; Elke Peters; Alexander Katalinic; Heiner Raspe; Christine Klein
International Journal of Epidemiology 2012; doi: 10.1093/ije/dys202

Abstract

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Eine Übersicht der am Projekt beteiligten DoktorandInnen und deren Aktivitäten finden Sie HIER.